Tired

Was ich schreibe? Ich schreibe von mir, meine Geschichte, mein eigenes Urteil darüber, warum ich mich selbst verletze. Ob es stimmt? Ich weiß es nicht, in mir ist ein einziges Gefühlschaos, eine große Leere, aber trotzdem voller Gedanken.

Es fängt damit an, dass meine Eltern geschieden sind. Ich wohne bei meinem Vater und meiner Stiefmutter. Geschieden sind meine Eltern schon lange, an die Zeit als sie noch zusammen waren, oder als sie sich getrennt haben, habe ich keine Erinnerungen.
Ich bin also bei meinem Vater aufgewachsen, der hat eine andere Frau geheiratet, da war ich auch noch ziemlich klein. Die hatte auch ein Tochter. Mit der versteh ich mich zur Zeit recht gut, früher haben wir uns öfter mal gestritten, und auch mit meiner Stiefmutter bin ich früher, so zwischen 4. - 8. Klasse ziemlich oft aneinander geraten.
Aber eigentlich hatte ich keine schlechte Kindheit, es kam mir auf jeden Fall nie so vor. Ich wurde nicht geschlagen oder sowas, eigentlich gings mir gut.
Aber heute merk ich, dass ich die ganze Zeit etwas vermisst habe.
Zuneigung. Liebe. In den Arm genommen werden.
Etwas, dass mir heute sehr fehlt, mich dazu bringt mich in mich selbst zu verschließen, und mich selber mit depressiven Liedern, Gedichten und Geschichten immer tiefer zu ziehen. So lange bis ich keinen Ausweg sehe und  die Klinge raus hole und mich schneide.
Wenn ichs mir recht überlege, habe ich mich schon jahrelang unbewusst selbstverletzt. Ich hab mir immer die Haut um meine Fingernägel herum aufgerissen, daran geknabbert wie unter Zwang und erst aufgehört wenn ich den wiederlichen Geschmack meines eigenen Blutes im Mund hatte. Oder an der Hornhaut an meinen Füßen herumgeschnitten, mir Nadeln in die Haut gestochen und Hautunebenheiten aufgekratzt, Mückenstiche, Pickel die nicht im Gesicht waren... Damals war es unbewusst, ich habe nie weiter darüber nachgedacht. Aber heute weiß ich das dies schon ein kleiner Anfang von SVV war.
Und dann fing ich an bewusst zu schneiden... Nie doll, nur ein wenig, nur so weit das man es sehen kann.
Ich glaub das ist auch einer der Gründe. Das ich auf mich aufmerksam machen will, ein kleiner verzweifelter Schrei nach Liebe, nach einer tröstenden Umarmung, nach irgendjemandem der mich in den Arm nimmt und mir sagt das er mich lieb hat.
Aber da ist niemand, niemand der mich aus meinem kleinen tiefen Loch heraus holt.
Meine Stiefmutter interessiert sich nicht mehr so für mich, mein Zimmer betritt sie kaum noch weil es ihr "zu unordentlich ist" und ich nicht mehr daruaf reagier wenn ich es aufräumen soll oder so was. Und sie der Meinung ist, dass ich ihr gegenüber undankbar bin.
Meinen Vater interessiert nur die Schule. Letztends wollte ich ihm von kunst erzählen, ich mal grade ein ziemlich düsteres bild, aber er hat irgendeinen Nebensatz aufgegriffen und sofort über die vergeigte Mathearbeit geredet. und warum ich ihn nicht frage wenn ich schulische Probleme habe.
als ob die mich interessieren würden...
Und meine richtige Mutter...
Ich liebe sie über alles, und leider seh ich sie nur in den Ferien, sie ist die Einzige die mich noch in den Arm nimmt, oder mich tröstet. aber ich kannn mit ihr nicht darüber sprechen, wie scheiße es mir wirklich geht, oder das ich angefangen habe mich zu ritzen. Es geht nicht... Ein paar Probleme hab ich ihr erzählt, klassenkamerade, Freunde, etc. aber ich schaff es nicht ihr alles, und das schlimmste zu erzählen. Ich will sie nicht verletzen. Und ich will nicht das sie sich Sorgen um mich macht.
Ist das nicht krank? Ich sehne mich nach jemandem der sich um mich sorgt, und der einzigen Person die mich liebt, trau ich mich nicht es zu sagen, weil sie sich sonst Sorgen um mich macht....
Feunde, bzw. Freundinnen...
Ein zu kompliziertes Thema um es hier reinzuquetschen...
Es gibt genau zwei gute Freundinnen in meiner nähe, die eine ist mit der Zeit meine beste Freundin geworden... Ich habe ihr auch von meinem SVV erzählt... Da sie aber selber nicht ritzt, kann sie das Gefühl glaub ich nicht so einfach nachvollziehen... Deshalb ist es für mich schwierig mit ihr darüber zu reden... Auch wenn ich weiß das sie mir eigentlich helfen will, ich habe nur Angst bei ihr auf Unverständnis zu stoßen...Die andere.... sie war lange krank, ist fast gestorben, wir sind uns fremd geworden (so seh ich es) und ich wette sie würde darauf nicht mit Verständnis reagieren... und ich will sie doch nicht auch noch verlieren!!
Dann ist da noch Caro. Mit ihr versteh ich mich am besten, ich glaube ich könnte auch die Kraft aufbringen ihr gegenüber von meinem SVV zu reden. Aber das Problem ist, das sie in dem Dorf wohnt, in dem auch meine Mutter lebt. Ich kann sie also immer nur in den Ferien sehen, udn dann auch nicht immer, da meine Mutter ja auch noch was von mir haben will, oder die Ferienzeiten zu unterschiedlich sind!
Und was die Liebe angeht... Ich bin 17, im Oktober 18, und ich hatte noch nie einen festen Freund, noch nie eine Beziehung, noch nie jemanden geküsst. Auch so ein Thema an dem ich schwer zu knabbern habe. So hässlich finde ich mich eigentlich nicht, aber ich bin einfach viel zu schüchtern...


EDIT: Hm... ich muss hinzufügen, der Text ist nicht mehr wirklich aktuell. Mittlerweile kann ich ein paar mehr Leute zu meinen besten Freunden zählen, und einen Freund hab ich auch gefunden, der auch alles über mich weiß...
Warum ich den Text trotzdem so lasse wie er ist? Weil er so toll ist ^^ Ne naja nicht ganz. Sagen wirs mal so, die Grundaussage stimmt immer noch, nur die Situtation sieht mittlerweile etwas anders aus. Außerdem verstehe ich die oben genannten Dinge als Gründe, warum ich mit dem SVV angefangen habe. Und wie jeder weiß der selber damit kämpft, anfangen ist sehr viel leichter als aufzuhören, bzw. plausible Gründe zu finden...

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